Gala-Dinner macht Appetit auf Wild

Hotel „Hanseatic" und Kreisjagdverband wollten mit einem Gala-Dinner Appetit auf heimisches Wild wecken.

Göhren (OZ) - „Was passt besser in die Jahreszeit als Wild", begründete Hoteldirektor Uwe Peters die Themenwahl des Abends. Nach erfolgreicher Küchenparty im März hatte das Hotel „Hanseatic" in Göhren zusammen mit dem Kreisjagdverband Rügen zu einem Gala-Dinner im neuerbauten „Bernsteinpalais" eingeladen. Küchenchef Ulrich Grampp hatte sich mit Peter Knobloch und Toni Münsterteicher zwei weitere namenhafte Köche in seine Küche geholt. Zusammen mit drei Köchen des Hauses brachten sie zwei Rügener Dammtiere und ein Wildschwein in jeweils ganz unterschiedlich kreierten Gerichten in insgesamt sechs Gängen auf den Tisch. Knapp 90 Teller gingen pro Gang raus. Als die Gäste im Saal ihren Gaumen mit Stremelchen auf Kartoffelragout mit frischem Meerrettich, Wildschweinpflanzerl auf getrüffeltem Wirsing, Wildkräutersorbet oder Zweierlei vom Dammhirsch mit Pfifferlingen, Knödeln und Rübenkrautsauce verwöhnen ließen, zeigte sich in der Küche, dass viele Köche den Brei ganz und gar nicht verderben. Hand in Hand wurde alles gemeinsam vorbereitet - mal mit scherzhaften Sprüchen, mal mit rauhem, hektischen Ton. „Mit unserer Übernachtung haben wir auch gleich das Dinner mitgebucht", erzählen Dörte und Michael Weiß aus Hamburg, die Rügen das erste und letzte mal vor 19 Jahren mit dem Wohnmobil besuchten. „Es hat uns gereizt, mal etwas ganz anderes zu essen. Wild bekommt man ja nicht alle Tage auf den Tisch", so Dörte Weiß, selbst passionierte Hobbyköchin. Die Jagdhornbläser Windland-Wittow sorgten mit ihren Musikeinlagen und Erklärungen dazu für manch einen Schmunzler: ob beim Jagdhornsignal „Sau tot", vor dem Wildschweingang oder der kleinen Jagdmusik frei nach Mozart.

Während die Gäste aus dem Hotel und von der Insel in gemütlichem Ambiente das vierstündige Dinner genossen, lagen ungefähr 120 Rügener Jäger in der kalten Dunkelheit auf der Lauer nach Wildschweinen, weiß Holger Nebel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rügen. Der hohe Schwarzwildbestand und die daraus resultierenden enormen Schäden bereiten den Jägern große Sorgen. Nebel war es auch, der mit der Idee nach gemeinsamen Aktionen an die Gastronomen herantrat. „Es gibt kaum Lebensmittel, bei denen man die Herkunft so gut nachweisen kann wie bei Wild", sieht er noch erheblichen Nachholebedarf bei der Vermarktung dieses regionalen Produktes.

„Dafür hat sich die Anreise gelohnt", ist sich Dörte Weiß nach dem Dessert sicher. Und auch für ihren Wunsch, die Rezepte nachlesen zu können, weiß Toni Münsterteicher, selbst seit einem Jahr Jäger, Abhilfe: beim Kreisjagdverband www.kjv-ruegen.de.